Wien (pts/07.04.2011/14:25) - Die Begutachtungsfrist für den ELGA-Gesetzesentwurf ist längst abgelaufen, doch die Kritik am geplanten elektronischen Gesundheitsakt wird immer größer, berichtet die COMPUTERWELT in ihrer aktuellen Ausgabe. Neben Ärzten und medizinischen Institutionen hätten sich laut der IT-Zeitung nun auch der Datenschutzrat und die Datenschutzorganisation ARGE Daten auf Seiten der Kritiker gestellt.
Während die ELGA GmbH von Erstinvestitionskosten von 30 Millionen spricht, sei die tatsächliche Summe wesentlich höher, so das Blatt. Bei der Angabe von ELGA handle es sich lediglich um den Betrag, den Bund und Länder zu tragen bereit seien. Der ehemalige ELGA-Programm-Manager Alexander Schanner spricht in Vorträgen von erwarteten Kosten von 150 Millionen Euro, die ARGE Daten rechnet sogar mit 200 Millionen.
In Österreich wären vom ELGA-System etwa 400 Spitäler, knapp 25.000 niedergelassene Ärzte und neun Millionen potenzielle Patienten betroffen. Neben der Kritik am Sicherheitskonzept wird vor allem von Ärzten stark kritisiert, dass Patienten künftig nicht mehr entscheiden können, welcher Arzt Zugriff auf die Daten haben soll. "Als Patient vertrauen sie ja nicht der Gruppe der Röntgenologen, sondern einem Röntgenologen ihrer Wahl", bringt ARGE-Daten-Chef Hans Zeger das Problem auf den Punkt.
Die weiteren Schritte zur Einführung von ELGA wurden jedenfalls schon eingeleitet. Am 1. April ist das Pilotprojekt E-Medikation in drei Regionen in Wien, Oberösterreich und Tirol gestartet. 2011 soll weiter an der "Errichtung der zentralen ELGA-Komponenten" und des ELGA-Datenspeichers gearbeitet werden. 2012 sind dann erste Anbindungen der Speicher an die zentralen Komponenten geplant. Neben der zu erwartenden Mehrkosten bei der Erstinvestition sollen sich die laufenden Kosten laut ARGE-Daten pro Jahr auf weitere 100 Millionen belaufen. Wer diese Kosten tragen soll, ist ebenfalls gänzlich ungeklärt. Den gesamten Artikel lesen Sie in der aktuellen Computerwelt oder auf http://www.computerwelt.at.
(Ende)
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